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CURCUMA


Was leistet der Wirkstoff zur Vorbeugung von Covid-19?


Curcuma, der gelbe Farbstoff und Hauptinhaltsstoff des Turmeric, ist ein seit Jahrhunderten in der indischen und asiatischen Pflanzenheilkunde bewährter Wirkstoff und ein in der Küche dieser Länder gängiges und in reichlichen Mengen verwendetes Gewürz.


Der polyphenolische Wirkstoff weist neben entzündungshemmenden und antimikrobiellen auch antiproliferative, antioxidative, stoffwechselregulierende, herzschonende, Nerven und Gehirn schützende sowie darmfreundliche Eigenschaften auf. Die für Curcumin nachgewiesenen antiviralen Eigenschaften erstrecken sich auf ein breites Erregerspektrum, u.a. HIV-Viren, Herpesviren, humane Papillomaviren, Influenzaviren, Zikaviren, Hepatitisviren Adenoviren, RS-Viren sowie diverse Coronaviren. Gehemmt wird durch Curcumin nicht nur das Eindringen in und das Verschmelzen mit den Wirtszellen, sondern auch die virale Kaperung der Zellfunktionen, die Virusvermehrung (Virusreplikation) sowie diverse molekulare Funktionen, die das Virus zum Überleben und zur Ausbreitung im Wirtsorganismus benötigt. Darüber hinaus mobilisiert Curcumin die körpereigenen Abwehrkräfte gegen Viren durch Freisetzung von Interferonen aus Immunzellen und durch Stimulation immunregulatorischer T-Zellen (Treg). Nicht gerade wenige Angriffspunkte gegen Viren also, wie sie kaum ein zugelassenes Virusmedikament für sich reklamieren kann.



„Zu preiswert, kaum patentierbar, als Konkurrent zu gut“


Natürliche Wirkstoffe, die entscheidende Signalwege bei Entzündungen, Verschleißprozessen, Infektionen und Tumoren in günstiger Richtung, also im Sinne von Kontrolle, Heilung und Regeneration beeinflussen, sind rar, und nur dann gefragt, wenn sich daraus exklusiv patentierbare Abkömmlinge entwickeln lassen, die Pharmakonzernen große und langfristige Profite versprechen. Erwächst aus einem natürlichen Wirkstoff jedoch unliebsame Konkurrenz oder erweist sich die exklusive Patentierung und damit die ökonomische Perspektive als schwierig oder ungewiss, bewährt sich eine andere Herangehensweise: Zweifel schüren, das Streuen von Sorgen und Bedenken, das Konstruieren von Hürden und Hindernissen. In Tiermodellen sei eine Toxizität aufgefallen (zwar nur bei exzessiver und für den Menschen irrelevanter Dosierung, aber dennoch). Tiermodelle hätten zwar vielversprechende Ergebnisse geliefert, die Übertragbarkeit der Befunde auf den Menschen sei jedoch völlig offen. Bevor der Einsatz bei Menschen empfohlen werden könne, müssten erst großangelegte randomisierte Placebo-kontrollierte Langzeit-Studien an Patienten erfolgen (die weder jemals finanzierbar noch in absehbarer Zeit durchführbar sind). Oder man lässt in den Massenmedien verkünden, bei einigen Personen aus fernen Ländern sei es bei Esslöffel-weiser Zufuhr zu Unverträglichkeiten gekommen, sodass jetzt „neue“ Sicherheitsbedenken bestünden, die umfangreiche Überprüfungen erforderlich machten.






Indische Forscher: „Wundermittel“ zur Vorbeugung von Covid-19?


Curcumin hemmt einerseits die Interaktion des Corona-Spike-Proteins (SARS-CoV-2) mit dem ACE2-Rezeptor (Zielzelle) und damit das Eindringen des Virus in seine Zielzelle z.B. in den Atemwegen. Andererseits vermag Curcumin die durch Angiotensin II und den AT1-Rezeptor vermittelten entzündungsfördernden Effekte zu hemmen und damit schützende bzw. die Lungenfunktion verbessernder Effekte in Gang zu setzen. Über eine Hemmung von NFkB (wichtiger Entzündungsregulator) und anderer zellulärer Schaltstellen kommt es unter Einwirkung von Curcumin zur Steigerung antioxidativer Prozesse und zur Abschwächung entzündungsfördernder Zytokine, insbesondere zu einer Reduktion von TNFa, IL-6, IL-1, Chemokinen, Cyclooxygenasen und Metalloproteinasen. Gleichzeitig hemmt Curcumin Botenstoffe wie IL-4 und TGFbeta, wodurch Zerstörungsprozesse der Lungenbläschen und funktionsmindernde Lungengewebsverhärtungen (Fibrose) gebremst werden. Das Ingangkommen der gefürchteten Zytokinkaskade und das mit hoher Mortalität verknüpfte Zytokine-Chaos bei schweren Covid-19-Fällen könnte so wirksam und ohne relevante Nebenwirkungen unterbunden werden. Als Folge dieses Schutzeffektes zeigte sich in Tiermodellen, das schwere Organkomplikationen wie Lungenödeme, Lungenversagen, Herzkreislauf-Versagen und akutes Nierenversagen unter Behandlung mit Curcumin seltener auftraten und weniger gravierend verliefen. Gefürchtete Spätfolgen von Covid-19 wie Lungenfibrosen und neurologische Spätschäden würden dann ausbleiben oder abgeschwächt werden. Ohne allzu große Übertreibung könnte sich Curcumin somit als präventives und therapeutisches „Wundermittel“ für SARS-CoV-2-Erkrankte entpuppen, wie es ein indisches Forscherteam überspitzt formulierte. Nicht zuletzt auch, weil sich Curcumin in Zellkulturen bereits in geringen Konzentrationen (20 mikromolar) als vermehrungshemmend und virusinaktivierend gegenüber SARS-CoV-2 erwies.



Die schwache Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt kompensieren


Curcumin wird über den Magen-Darm-Trakt nur in geringen Mengen in den Körper aufgenommen, sodass für eine ausreichende Wirkung recht hohe Dosierungen erforderlich sein können, was im Einzelfall Sodbrennen, Bauchkrämpfe und Verdauungsstörungen auslösen kann. Unkontrollierte „Esslöffelweise Zufuhr“, wie in Einzelfällen beschrieben, kann darüber hinaus zu ernsteren Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten führen. „Viel hilft viel“ ist freilich auch hier nicht die Lösung des Problems. Zusammen mit Resorptionsverbesserern wie Pfefferextrakt oder Piperidin eingenommen, lässt sich die Aufnahme über den Darm um das bis zu 2000-fache steigern, sodass schon geringe Zufuhrmengen (z.B. 80-200 mg/Tag) von Curcumaextrakten sehr wirksam werden. Zahlreiche Innovative Ansätze zur Curcuma-Verpackung (Umhüllung mit Cyclodextrin, Mikronisierung, Liposomen, Nanoträger) können ebenfalls beitragen, das Verhältnis von Dosierung, Wirkung und Nebenwirkung zu optimieren.



Curcumin – der Phytowirkstoff mit der vielleicht besten Datenlage


Über 300 klinische Studien dokumentieren den vielfältigen Nutzen von Curcumin bei ganz unterschiedlichen Störungen und Erkrankungen, die von Entzündungen und Infektionen über kardiovaskuläre- und pulmonale- bis hin zu Stoffwechsel-, Leber- und Krebserkrankungen reichen. Nicht zu vergessen das enorme präventive Potential bei bislang kaum beeinflussbaren neurologischen Erkrankungen wie Morbus Alzheimer. Nicht unbeachtet bleiben sollte auch das riesige Erfahrungswissen – gewonnen über Jahrzehnte an vielen Millionen Personen aus Indien und asiatischen Ländern, die tagtäglich den reichlichen Langzeitwirkung-Konsum von Curcumin als Gewürz und traditionelles Heilmittel quasi „testen“, ohne dass relevante Nebenwirkungen oder Toxizitäten aufgetreten wären.


in Kombination mit anderen synergistischen Wirkstoffen wie Vitamin C, Vitamin D, Zink und Glycyrrhizinsäure könnte Curcumin neueren Studienbefunden zufolge eine aussichtsreiche Option zur Vorbeugung oder Abmilderung von SARS-CoV-2-Infektionen darstellen. Es bleibt zu hoffen, dass die in präklinischen Studien gewonnenen, vielversprechenden Erkenntnisse über die antiviralen Effekte von Curcumin auch in klinischen Studien an Patienten mit SARS-CoV-2 ihre Bestätigung finden. Allerdings muss man dem Naturstoff Curcumin ähnlich wie dem Vitamin D3 einen mühevollen Weg in den modernen Medizinbetrieb prognostizieren, weil dort oft gilt: „zu preiswert, zu wenig exklusiv, nicht patentierbar, und als Konkurrent einfach zu gut“.